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Ventil klemmt in Ventilführung fest - Führung zu eng


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Hallo zusammen,

 

aktuell benötige ich mal wieder Technik-Tips, da das Thema noch Neuland für mich ist.

Ich habe einen älteren 2-Ventiler Zylinderkopf, der mal bearbeitet wurde.

Was ich erkennen kann, sind die Kanäle bearbeitet und die Ventilführungen getauscht worden.

Die Ventile sind von der Größe her Serie.

 

Da sich die Nockenwelle nicht komplett drehen ließ, bin ich der Sache auf den Grund gegangen und habe alles zerlegt.

Letztendlich saß das Auslaßventil so fest in der Führung, daß ich es mit Wärme und leichten Schlägen mit dem Plastikhammer aus der Führung treiben musste.

 

Ich habe es dann mal auf eine geschliffene Granitplatte gelegt - der Ventilschaft ist absolut gerade.

 

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Gemessen mit dem Meßschieber hat der Schaft exakt 8 mm Durchmesser, ist also auch nicht gestaucht.

 

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In der Führung erkennt man seltsame "Pickel", als seien dort Fremdkörper oder das Material porös:

 

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Allerdings lässt sich der Schaft auch von Beginn  der Führung an nicht ohne Kraftaufwand in selbige einführen.

Ich vermute daher, daß sie auf der gesamten Länge zu eng ist.

 

Am Ventilschaft sind meiner Meinung nach keine außergewöhnlichen Laufspuren oder Riefen zu sehen:

 

IMG_20221113_163203_2.thumb.jpg.c74a07776e7fbcc5a609a4b9a4a54486.jpg

 

Nun sind im Kanal und auch am Ventil Rußspuren, woraus ich schließe, daß das ganze zumindest mal in Betrieb war. Vermutlich ist bei Temperatur das Spiel

auch größer.

 

Wie sollte ich hier nun weiter vorgehen?

Wie kann ich die Führung nacharbeiten?

Meine Idee wäre, einen intakten Zylinderkopf auf der Fräse einzuspannen und mit einem 8 mm Bohrer als "Piloten" den Fräskopf daran auszurichten.

Anschließend dann den zu bearbeitenden Zylinderkopf genau so aufzuspannen.

Oder wird das nichts?

 

 

 

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Hi Armin, Ventilführungen sollen immer nach dem Einschrumpfen oder Eintreiben nachgerieben werden. Dazu gibt es passende Reibahlen oder auch Hongeräte. Diese sind nicht günstig. Ich würde mir aber eine 8mm Ventilführungsreibahle zulegen. Ich habe Innenmikrometer für diese Durchmesser und damit findet man immer Stellen im Bereich der Klemmung im Kopf die enger werden nach dem Schrumpfen. Daher würde ich auch keine Honbürsten nehmen, die nehmen überall gleichmässig und die Tailienform bleibt. Goodson hat solche Reibahlen im Sortiment, man findet die auch anderweitig. Achtung, Guss und Bronze brauchen unterschiedliche.

Alternativ findest Du evtl noch ein Zylinderschleifwerk das dir das Reiben übernimmt.

Wenn ein Motor lange gestanden hat, dann kann der Russ ein Ventil zum stecken bringen. Daher würde ich zuerst mit einer passenden Führungsbürste, ja, das gibt es auch, diese sauber reinigen. Danach steckt das Ventil evtl schon nicht mehr.

Viel Erfolg

Konrad

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Den Schaft solltest du schon mit ner entsprechenden Bügelmessschraube, am besten dreistellige, messen. 

Dann weißt du ob da was komisch ist, was ich aber eher nicht glaube. 

 

Bei Hoffmann kannste ne 8H7 Handreibahle kaufen und per Hand nachreiben. Irgendwie mit nem Bohrer auf der Fräse ausrichten ist Murks, wenn dann mit nem geeigneten Pilotdorn.

 

Wenn das Ventil schon drin war geht es aber nur um 100stel, also per Hand nachreiben. 

 

Leg dich mal auf die Mauer nach Mahr Diatest, damit kannste die Bohrung exakt vermessen. 

 

Ich habe ja kürzlich an meiner Guzzi die Köpfe im Bereich der Führungsbohrung ausgespindelt und Übermaßführungen gedreht/eingesetzt. 

Da konnte man sehr schön messen wie sich die Geometrie entsprechend dem Schrumpfmaß und Materialanteil vom Kopf verformt. 

Am besten die Führung im Passmaß nur bis zu kürzesten Überdeckung und dann nen 10 tel freigedreht. Sonst kann es schnell mal passieren das die Führungen nicht nur enger wird sondern auch krumm gedrückt wird... 

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Achja, und kauf die Reibahle neu, bei Hoffmann passt Preis Leistung von Holex. 

Selbst wenn sich ne gebrauchte noch scharf anfühlt hats nix zu bedeuten und in dem Bereich ist es besser wenn es direkt passt. 

 

Ggf gleich dazu Schneid Öl von Jokisch. 

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also das mit den Handreibahlen habe ich schon vor vielen Jahren aufgegeben. Die speziell geschliffenen Führungsreibahlen, mit langer Führungslänge, kann ich mit der Akkubohrmaschine sauber durchtreiben in kürzester Zeit. Mit der Handreibahle war das immer eine strenge Geschichte. Gut für eine Führung, der Armin kann ja etwas leiden....

 

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Mit den Reibahlen die ich noch hatte war es nen Krampf, augenscheinlich scharf aber fürn Arsch.

 

Dann eine neue bestellt, kaum Kraftaufwand einmal durch und das Maß stimmte. :)

 

 

Die Handreibahlen von Beck, Garant oder eben Holex haben auch nen sehr schönen langen Anschnitt, damit trifft man gut. 

 

 

Achja, und Armin, die Reibahle darf nieeee links rum gedreht werden! 

Edited by Stolle1989
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Intressant insgesamt, und ein neues Wort gelernt: Reibahle. Kann mich vorstellen was es ist, werde sicherheitshalber Recherche machen 🙂

Gruss,

Torbjörn.

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Reibahle war ein guter Tip!

Da ist mir doch glatt eingefallen, daß ich zu meiner Drehbank einige dazu bekommen habe.

Und Tadaa: 8H7 war tatsächlich auch dabei.

Ich habe sie einfach mal ins Windeisen gespannt und brav rechts herum verwendet.

Wie Konrad schrieb, waren es offenbar nur Kohleablagerungen, die das Ventil klemmten.

Insofern ließ es sich ohne viel  Kraftaufwand und Arbeit beheben.

 

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IMG_20221114_170052_2.thumb.jpg.afe642faf40997d985d9c52866fe95d6.jpg

 

2 Minuten Arbeit und beim Zusammenbau dann: Tschak - Pling!

20 Minuten Ventilhülse suchen, die vom Schließerhebel durch die Halle geschossen wurde :evil2:

Jedenfalls läuft das Ventil nun wieder ganz geschmeidig und der Motor kann weiter zusammengebaut und in Betrieb genommen werden.

Ventilspiel noch einstellen und die Zündung noch vom Einspritzermodell auf Vergaser umbauen.

 

IMG_20221114_192244_2.thumb.jpg.b05afdb3a34cd4cdb2dea36045014782.jpg

 

Vielleicht komme ich dieses Jahr ja doch noch einmal zum Fahren 😉

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vor 12 Stunden schrieb humlik:

Hoppla😲... 

JETZT weiß ich was das für Dinger sind von denen ich vor 2 Jahren bei ner Aufräumaktion ne ganze Schublade voll von wegschmeissen sollte🥺

Schade drum

 

Wieder sehr Lehrreich hier👍

Bitte weitermachen😃

 

  • Confused 1
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vor 4 Stunden schrieb humlik:

Achtung, beim Schliesserhülsen verbauen immer Brille tragen. Gestern Abend ist mir auch so eine Hülse an die Brille gespickt nachdem ich mit dem Schraubenzieher vom Hebel gerutscht bin. Ist nicht ungefährlich.

 

Schon viele Jahre her hatte ich das herumrutschen mit dem Schraubenzieher satt, habe dann ein Werkzeug dazu gebastelt. Passt uebrigens jetzt sehr gut, wenn ich wegen dem Pruefbank ewig ventile ein-und ausbaue.

Gruss,

Torbjörn.

2022-09-30 16.05.21.jpg

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Ich hab dafür mal bei Kämna so einen Hebel gekauft, funktioniert auch ganz gut.. passt aber leider nur in die 1000/1100er Köpfe. Aber ist nicht so ausgefeilt wie Torbjörns Werkzeug mit Feststellvorrichtung!

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