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Testastretta Ventile einstellen - state of the art oder wieder versucht sich einer...


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Hallo Leute,

 

Eigentlich wollte ich an meiner 998S nur Riemen wechseln und Ventilspiel messen und es dabei belassen. Die Vermessung meinte allerdings ich soll auch gleich mal einstellen. Grund: Es war ein Schließer mit 0,35mm außerhalb der Toleranz von 0,10mm - 0,25mm.

 

Im Lauf der Zeit verkleinert sich das Öffnerspiel und das Schließerspiel wird durch das Einlaufen der Teile aufeinander größer. Außerdem gibt es thermische Längungen der Ventile im Gebrauch, Auslass mehr als Einlass.

 

Jetzt habe ich unterschiedliche Infos zum angestrebten Einstellwert:

 

  • Die zeitgenössische Literatur und auch die Lehrfilme zum Schrauben am Ventiltrieb sprechen von im Mittel 0,20mm bei den Öffnern und 0,15mm bei den Schließern.image.png.e4a611da99d5bd0012639273f3bd8d7f.png
     
  • Ich habe allerdings Info aus dem Snyder-Manual. Darin hat Ducati wohl die Einstellwerte 2008 rückwirkend für alle (auch für die allerersten?) Testastretta-Motoren geupdatet. Damit wären wir im Mittel 0,05mm enger. Öffner nun 0,15mm und Schließer 0,10mm.
     image.png.e10dd64f77a44c04ca755897bee22553.png
     
  • Brad Black, aka bradthebikeboy, lässt in seine Einstellwerte den Gedanken der thermischen Belastung mit einfließen. Er schreibt im Ducatimonsterforum: on 4v i set the inlet openers to 0.10mm, the exhaust openers to 0.15mm, the inlet closers to 0.08 - 0.10mm and the exhaust closers to 0.05 - 0.07mm... das entspricht den engeren upgedateten Werten + Thermik.

 

Wie sind denn dazu die Erfahrungen hier im Forum? Gibt es Gedanken oder geballtes Wissen zum Thema? In den kommenden Posts möchte ich dann gerne von meinen Fortschritten berichten und es kommt sicherlich noch die einen oder anderen Frage auf. 

 

Was mich gerade noch umtreibt: Können die Ventile durch den Kolben im TDC am Herabfallen gehindert werden, wenn die Halbringe am Shim entfernt werden, oder gibt es eine bessere Methode... den Brennraum mit Druck beaufschlagen finde ich für mich nicht so verlässig. 

 

Freue mich auf Euren Erfahrungsaustausch

 

Stefan

 

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Was für Werte auch immer genommen werden, die Nockenwellen sollen sich ohne Klemmstellen drehen lassen. Eine Methode das zu prüfen ist die Schliesser gegen Nullspiel einzustellen und zwischen die Öffner Kipphebel und shim eine Fühlerlehre einzufügen. Also quasi Null Spiel einstellen. Läuft alles fein, dann stimmen die Radien und Nocken. Das ist ein genereller Hinweis, das passt von Köwe Einzylinder Desmo bis modern.

Die von Ducati angegebenen Werte sind sicher so gewählt, dass innerhalb der Garantiezeit nichts gemacht werden muss. Bei grösserem Schliesserspiel können die Halbringe sicher eher verschleissen als bei knappem Spiel. Wird das Öffnerspiel zu gross wird man aus dem Bereich der Anlauframpe des Nockens rauskommen. Dazu müsste aber sicher das doppelte Spiel eingestellt werden. Habe diese Nocken noch nie vermessen, daher die Vermutung.  

Ich tendiere das Schliesserspiel eher klein zu halten, das Öffner eher auf der oberen Toleranz. Somit bleiben die Öffner und Schliesser Spiele lange im grünen Bereich und nichts muss eingestellt werden. 

 

Gruss Konad

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Das ist auf jeden Fall ein guter Hinweis.

Wie sieht es aus, was sollte alles griffbereit sein, zum Einstellen? Klar, Drehmomentschlüssel für die Nockenwellenlagerböcke und Ventildeckelschrauben, etwas Dirko oder 3Bond für die Ecken an der Deckeldichtung. Braucht es das Werkzeug zum Vermessen der Shims? Ich meinte, eine Bügelmessschraube oder eine digitale Schieblehre ist okay. Dann die Ölabflussbohrungen blockieren, damit kein Halbring reinpurzelt. Ein Alurohr für den Schließerhebel zum Entspannen des Ventils... es gibt ja original diese Gabeln mit zwei Rohren... Es müssen aber vielleicht nicht beide Ventile gleichzeitig entspannt werden? Und dann vielleicht ein Set Shims... sonst renne ich ja ständig zum Händler? Wenn er darauf überhaupt Lust hat. Eigentlich wäre eine Tauschbörse für Shims nicht schlecht. Man braucht ja immer gerade nur die, die drin sind. Sonst noch Ideen was gleich praktisch wäre?

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Wenn du die Shims vorliegend hast, die die Dicke angeschrieben haben, dann ist das mit dem Messwerkzeug für die Schliesser nicht unbedingt nötig. Für die Öffner ist es aber einfacher eine 8mm Lagerrolle o.ä. griffbereit zu haben. Je nach Ventilbauart hast du die Ventilkeile. Um diese Vorzuspannen braucht es ein Werkzeug oder Schlag mit dem Hammer. Letztes würde ich nicht tun. 

Es empfiehlt sich auch den Brennraum mit z.b. Epoxi Harz zu füllen um ein formschlüssiges Teil gegen die Ventilteller stemmen zu können. Somit ist garantiert, das beim Rausklopfen der Ventilkeile, wenn vorhanden, oder auch Halbringen, die Ventilteller nicht gekrümmt werden.

Die Schliesserhebel kann man schon mit einem Rohrstück entlasten.

Und ja, ein Häufchen Shims ist schon gut zu haben. Andernfalls könnte es fast günstiger sein die Köpfe abzugeben für das Einstellen.

 

Gruss Konrad

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vor 2 Stunden schrieb humlik:

Es empfiehlt sich auch den Brennraum mit z.b. Epoxi Harz zu füllen um ein formschlüssiges Teil gegen die Ventilteller stemmen zu können.

Hu?

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Aber da werden doch keine Keile eingetrieben... die Halbringe sichern doch den Ventilschaft, wenn sie eingelegt sind und diese werden in dem Napf vom Schließershim gehalten.

Ich dachte, der Zusammenbau setzt sich, wenn man das Ventil ein paar mal schnalzen lässt.

 

Was Du mit dem Epoxidharz machst, verstehe ich nicht. Das bekommst Du doch nie wieder aus dem Brennraum (?)

 

Wunderschön ansehen kann man sich den Ventiltrieb übrigens auf der Seite von Christoph KoulenDESMO Visualizer by vielzutun.ch

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Ah, ja okay, verstanden. Das Demontieren wollte ich allerdings verhindern. Aber ich verstehe, dass es dann wesentlich leichter ist, die Spiele einzustellen. Noch eine Frage: Die Antriebswelle für den Riementrieb läuft doch mit halber Kurbelwellengeschwindigkeit? Verdrehen kann ich da nichts, beim Riemenwechsel wenn ich die Kurbelwelle nun frei, also ohne die Nockenwellen, drehe? Ich meine 360° und 720° an der Antriebswelle... egal, oder? Ich habe mir die Positionen der Nockenwellenräder in der Position TDC horizontaler Zylinder markiert.

 

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Wenn du die pos TDC vom vertikalen Zylinder auch noch auf dem Zwischenwellen Zahnrad markierst, also wenn die Nockenwellen mit dem T auf dem Kopf stehen, so wie jetzt beim Vertikalen, dann ist der Riemenwechsel ein Klacks. Ja, dazu wird die Kurbelwelle und Zwischenwelle gedreht. Da die Zwischenwelle ja nur eine halbe Umdrehung bei einer KW Umdrehung macht, kanns du nichts falsch machen.

Gruss Konrad

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wie geschrieben, für den Riemenwechsel brauchst du kein Spezialwerkzeug, da kannst du mit einem Filzstiftmarker einen Punkt für den vertikalen Kopf auf die Zwischenwelle setzen und gut ist. Oben kannst du auch noch Markierungen bei den Riemenrädern anbringen, aber die umgekehrten T sollten klar in einer Pos. sichtbar sein

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Hallo Leute,

 

Nachdem ich die Spiele dreimal ausgemessen hatte, habe ich nun die Nockenwellen entfernt und mir einen Überblick im vertikalen Zylinder verschafft. Verbaut sind Shims ohne Kennzeichnung und die normalen Halbringe. Jetzt kann ich einzelne Shims ordern, aber wenn nicht mit einheitlichem Messwerkzeug gemessen wird, kann das mehrmals hin und her gehen. Sehe ich als nervig und extrem zeitraubend.
 

Ich tendiere mittlerweile zu einem Shimset, zumal ich die Duc so schnell eh' nicht mehr gehen lasse ;) Auch die Idee der MBP-Halbringe gefällt mir. Diese machen einen zuverlässigen und einbauklaren Eindruck. Dazu, das ist mir klar, sollten die Öffnershims modifiziert sein, um den zusätzlichen Bund aufnehmen zu können.
 

Aber davon abgesehen reicht vielleicht ein Set gar nicht. Selbst wenn in den gebräuchlichsten Größen zwei vorhanden sind und fleißig getauscht wird, könnten, bei insgesamt acht Ventilen, schnell welche vergriffen sein. Einige Anbieter bieten den Service an, ungebräuchliche gegen gebräuchliche zu tauschen. Diese Idee finde ich toll... funktioniert das? Transatlantisch (s.u.) .... wohl eher nicht(?).
 

Als Bezugsquelle habe ich Desmotimes ausmachen können. Das sieht nach einem umfangreichen Sortiment aus und auch die Kommunikation stimmt. Die haben im Set italienische Shims und welche, die in den USA hergestellt wurden.... sitzen allerdings auch in den USA. Schon mal jemand dort bestellt oder auch Interesse? Ansonsten gibt es Alternativen?

Beste Grüße

 

Stefan

 

 

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Hallo Stefan, leider ist das Desmo Hobby nicht wirklich kostengünstig. Da waren die Einzylinder welche, je nach Ausführung Einstellschrauben hatten schon bedienerfreundlicher. Wenn ich nicht mal einen Haufen Shims hätte kaufen können wäre es auch auf so ein Set rausgelaufen.

Ohne Messwerkzeug kommst du nicht vorwärts, das ist die richtige Erkenntnis.

Gruss Konrad

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Ja, ich muss auch gerade immer an meine Guzzi denken... Da sind die Kipphebel mit einer Einstellschraube durchbohrt und gekontert, zum Erreichen nehme ich die Ventildeckel ab und nicht das ganze Motorrad ;)

 

Das richtige Werkzeug zum Messen habe ich, nur sollte dann der Laden, wo ich einzelne Shims kaufen möchte, am besten dasselbe oder zumindest das gleiche haben, sonst geht die Aktion nach hinten los. Wie gesagt, der Idee mit dem Set fühle ich mich da schon verpflichtet.

 

Aber auch eine Tauschbörse im Forum fände ich gut. Dabei sollte einer die Shims verwalten (und Messen), die Shims zugeschickt bekommen und dann einfach diejenigen mit dem gewünschten Aufschlag oder Abzug an Dicke wieder rausschicken. Das ist doch ein super System, weil da nicht von den absoluten Werten, sondern immer von den relativen Abweichungen ausgegangen wird.

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Bei den Öffnershims ist das sicher genau was man bestellt, bei den Schliessern kommt es schon auf die Ausführung des Dornes an. Falls möglich ein beschriebenen Hütchen vermessen und wenn nötig mit Korrektur bestellen, damit es auf dein Werkzeug passt

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