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Zahnriemenfrage (Dayco)


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Es ist die Gewebenaht! Der Herstellungsprozeß ist bei allen Zahnriemenherstellern nahezu gleich: das Gewebe wird auf Rollen als Meterware angeliefert und wird dann je nach Zahnriemenlänge abgelängt. Für die weitere Produktion ist es erforderlich daraus einen Schlauch zu fertigen, der später über das Werkzeug gezogen wird. Die Enden des Gewebes kann man entweder verschweißen oder mittels Nähmaschine zusammennähen (so wie in den Bildern gezeigt). Die Position der Naht auf dem Zahnriemen ist aber wichtig! Alle OEM Zahnriemen (PKW wie Motorrad) müssen die Naht auf dem Zahnkopf (siehe Bild im Anhang) aufweisen, weil an diese Stelle die Naht nicht belastet wird. Liegt die Naht zwischen den Zähnen, so wird sie auf Dauer infolge der Reibung durch den Kontakt mit der Zahnscheibe zerrieben. Auslöser sind hier die Drehschwingungen der Nockenwellen und die erreichen bei Desmo-Motoren wesentlich höhere Werte verglichen mit Ventilfeder-Motoren. Das Gewebe auf den Zahnriemen dient nicht nur als Minderung des Reibverscheiß, sondern auch zur Stabilisierung der Riemenzähne. Ist das Gewebe im Zahnfußbereich schadhaft, so sinkt die Zahnabscherfestigkeit gleich um 50%! Eine "offene" Naht ist also im jeden Fall zu vermeiden, denn danach läuft die Uhr bis die ersten Zähne fehlen. Da es im Ersatzteilmarkt um jeden Cent geht, wird auf eine genaue Positionierung der Naht verzichtet (also Zufallsprinzip), genauso wie die restlichen Toleranzen aufgeweitet werden, um die Ausschußrate zu verringern. Das manche Riemen im Aftermarkt auch 2 Nähte aufweisen können, ist keine Seltenheit -> Resteverwertung. Werden die Riemen alle 10.000km gewechselt, dann ist die Position der Naht uninteressant. Ansonsten, wenn es keine OE Riemen sind,  sollte man die Riemen im Auge behalten.

20260811_100122.jpg

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Posted (edited)

Wow! Das nenne ich mal Fachwissen. Vielen Dank für die Erklärungen!

Nun ist bei mir eine Naht dort wo sie hingehört und eine nicht. Nächstes Service steht bei 12.000 km an. 

D.h. ich sollte einen ZR eigentlich umtauschen?!

 

Jedes Jahr mal kurz nachschauen, wäre eine Alternative?!

Edited by Zwangsgesteuerter
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Gut erklärt und logisch nachzuvollziehen. Demnach gehen die Nocken nicht ganz in die Scheibe? Oder nur die mit der Naht nicht? 
Also sollte man auch nachsehen ob mehrere Nähte vorhanden ist damit man nicht den vollen Preis für Resteverwertung bezahlt?

Edited by mrlack
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vor einer Stunde schrieb mrlack:

Gut erklärt und logisch nachzuvollziehen. Demnach gehen die Nocken nicht ganz in die Scheibe? Oder nur die mit der Naht nicht? 
Also sollte man auch nachsehen ob mehrere Nähte vorhanden ist damit man nicht den vollen Preis für Resteverwertung bezahlt?

Die Zähne rutschen schon in die Zahnlücken - es bleibt denen ja auch nichts anders übrig. Dayco benutzt das RPP Zahnprofil (vormals Pirelli), was nicht optimal mit dem HTD Profil der Ducati-Zahnscheiben zusammenpaßt. Das alles stammt noch aus der Zeit, wo jeder Zahnriemenhersteller sein eigenes Zahnriemenprofil und das der Scheiben patentiert hat (Marktschutz). Sichtbar wird der Zahnverschleiß aber erst nach hoher Laufleistung - wir sprechen hier von +150.000km. Die Anzahl der Gewebenähte ist im Aftermarkt nicht spezifiziert - ist also kein Reklamationsgrund. Aber es gilt immer noch der Leitsatz " you get what you paid for"! - an die Sparfüchse gerichtet.

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vor 21 Stunden schrieb Zwangsgesteuerter:

Wow! Das nenne ich mal Fachwissen. Vielen Dank für die Erklärungen!

Nun ist bei mir eine Naht dort wo sie hingehört und eine nicht. Nächstes Service steht bei 12.000 km an. 

D.h. ich sollte einen ZR eigentlich umtauschen?!

 

Jedes Jahr mal kurz nachschauen, wäre eine Alternative?!

Die genannte Alternative ist die korrekte Vorgehensweise! 

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vor 17 Stunden schrieb humlik:

Gute Erklärung, nur die Praxis zeigt nicht wirklich Schäden, jedenfalls in meinem Umkreis und eigenen Fahrzeugen nicht. 

Grüße Konrad 

Alles eine Frage der Zeit - man muß dem Schaden auch etwas Zeit zugestehen, bis er offensichtlich wird. Definitiv wird er aber eintreten - ist mit Daten belegt (sonst hätte man ja auch nicht die Positionierung der Naht in der Produktion eingeführt). Der Hinweis auf die Praxis im näheren Umfeld ist ok - aber über wie viele Fahrzeuge  reden wir hier: 10.000, 50.000,...?? Bitte nicht falsch verstehen, aber wenn man regelmäßig zwecks Feldüberwachung beim Kunden auftaucht und alle Fälle, die aus dem weltweiten Fahrzeugkundenbestand stammen, einsammelt, ergibt sich ein anderes Bild (und der Ideenreichtum der Fahrzeugnutzer bezüglich was falschgemacht werden kann, ist unermesslich - da lernt man jeden Tag dazu!). Als Hersteller untersteht man der Garantie-Verpflichtung, und die unterscheidet sich deutlich von der Garantie für den Endkunden. Wenn man nur die Verantwortung für sich selber hat, ist das eine Sache. Hat man die Verantwortung für die ganze Serie, dann sieht es schon anders aus.

 

 

Aber betrachten wir es mal ganz nüchtern: die meisten Fahrer halten sich an den 2-Jahres Rhythmus für den Zahnriemenwechsel. Mit einem Wechselintervall

von 30.000km sollten dann pro Jahr 15.000km gefahren werden. Wie viele der Mitglieder in diesem Forum tun das?? Mit einer Jahresleistung von 5000km gehört man schon zu den "Vielfahrern". Der vorgegebene Lastzyklus für die Lebensdauerauslegung weist einen Vollgasanteil von 5% aus - wer absolviert das hier (wir sprechen hier nicht von kurz beschleunigen, sondern Ohren einklemmen und konstant eine längere Strecke den Hahn gespannt lassen). Worauf ich hinaus will ist, daß die Mehrheit ihr Fahrzeug weit unter dem Lastprofil von der Motorenentwicklung bewegt, weshalb auch mutwillige Beschädigungen wie z.B Inbus-Methode nicht nennenswert auffallen. Bis der Schaden eintritt, wurde der Riemen schon gewechselt. Wer das aber nicht glaubt, dem empfehle ich einfach bis zum bitteren Ende weiterzufahren. Anhand des Bruchbildes vom Riemen gibt es dann auch keine Ausreden mehr.

Gruß

 

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THX!

Übrigens hatte ich zuvor Flenor-Riemen und die hab ich mir jetzt nat. angeschaut. Haben keine erkennbaren Nähte. 

 

Zu meinem Fahrprofil: gut 3000 flotte km im Jahr (hpts. Berstrassen), ZR-Wechsel nach 3 Jahren mit Inbus-Methode.

 

Die Fa. die die Dacos verkauft hatte meinte zu den Fotos: Sei normal, niemals Schäden gehabt.

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Das mit der Naht wurde sehr gut erklärt 👍 Da kommt doch grad die nächste Frage: Wie ist es mit der Stehzeit? Altert der Riemen auch wenn er sich nicht dreht? Konkret: Mein Bock stand 1,5 Jahre unbeweglich mit brandneuen Riemen. Bald wird das Moped wieder unter den Lebenden zurückkehren, müssen die Riemen erneuert werden? 

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Einer der substantiellsten Threads im Forum ! Großen Dank an Ducracers4r !!! Ich hätte in meiner Dickfälligkeit das nächste (erste) Mal die Inbus Methode probiert - jetzt NICHT mehr ! An die werkseitigen Wechselintervalle werde ich mich trotzdem nicht halten. Ist ja keine Morini 3 1/2 oder ein Fiat 238 (OHV), und eine Einspritzpumpe oder gar eine PD-Betätigung hängt auch nicht dran. Extrembeispiel Honda CRX 1,6 L, MY 93: KEIN Wechselintervall vorgeschrieben, NUR optische Zustandskontollen nach 160 K !!!

Trotzdem, hoffe der Thread geht weiter.

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Ich weise nochmal darauf hin, dass Ducati die Wechselintervalle auf 5 Jahre ausgedehnt hat, auch bei manchen Altfahrzeugen.

Da die meisten hier eh nicht über 6 Tkm/Jahr fahren, reicht das dann immer noch? Wie die Alterung bei Nichtbenutzung ist, wäre mal interessant zu erfahren. Also ist 5-Jahre-Intervall problemlos, wenn man nur 1-2 Tkm im Jahr fährt?

 

Die 748R hatte früher sogar jährlichen Wechsel. Da wollte man wohl ganz sicher gehen.

 

Bei meiner 900 SSie bin ich damals so 60% BAB gefahren, bei 12 Tkm pro Jahr. Immer Vollgas wo es ging. Da war dann nach zwei Jahren wohl höchste Zeit für einen Wechsel.

 

Ralf

 

 

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vor 3 Minuten schrieb ducatist:

Ich weise nochmal darauf hin, dass Ducati die Wechselintervalle auf 5 Jahre ausgedehnt hat, auch bei manchen Altfahrzeugen.

 

Bei meiner 900 SSie bin ich damals so 60% BAB gefahren, bei 12 Tkm pro Jahr. Immer Vollgas wo es ging. Da war dann nach zwei Jahren wohl höchste Zeit für einen Wechsel.

 

Ralf

 

 

Danke für das Update bzgl der 5 Jahre.

 

Vollgas ist nicht unbedingt der schlimmste Betriebszustand, die Spitzen in der Drehungleichförmigkeit infolge von Drehschwingungen schmerzen erheblich mehr. Bei der XY-AG haben wir Zahnriemen-Spannrollen bei konstant 150°C und Lasten fast an der Grenze der Dynamischen Tragzahl über 100te Stunden getestet. Die Riemen  (Gates HTD) überlebten 10 Prüflingssätze. Es waren die Rollen, die 2-3% Ausfallrate zeigten.

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vor 11 Minuten schrieb bergbewohner01:

Das mit der Morini 3 1/2 und dem Fiat konnte ich nicht einordnen...

OHV Motoren mit naturgemäß kurzen Zahnriemen, Trapezprofil, geringe Zähnezahl, d.h. höherer Zahnlastspielzahl > Wechselintervall (Fiat) 60K - bei 61 flog er dann davon

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Das hier scheint ja ein ganz vernünftiger Zahnriemen-Thread zu sein :thumbs_up: 
da möchte ich mich gerne mit Fragen dran hängen.

 

Mit einem guten Kumpel und Forumsmitglied wollten wir letztens mal eben routinemäßig die Zahnriemen an seiner 998 wechseln.

Das Moped stand länger, es gab beim letzten Betrieb keine Auffäligkeiten und wurde für die Inspektion m.W. auch nicht mehr mal eben

gestartet, geschweige denn warm laufen gelassen.

 

Unter der Abdeckung erwartete uns dann aber ein auf ca. 10 bis 15 cm aufgeribbelter Riemen:

 

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20260811_184245.thumb.jpg.c1ed7917497aa231d2469f7a7656d1a5.jpg

 

Das sieht für uns zunächst nach mechanischer Einwirkung auf den Riemen aus.

 

Einen Fremdkörper konnten wir jedoch nicht finden.

Auch die Riemenräder und Umlenkrollen wiesen augenscheinlich keine Beschädigungen oder scharfe Kanten auf.

Gefühlt hatten die Lager der Spannrollen axial Spiel.

Der Besitzer hat daher sicherheitshalber entschieden, die Rollen samt Lagern komplett zu tauschen.

 

Was wir aber nicht verstehen: Wie kann es zu so einem partiellen Schaden auf so kurzer Strecke des Riemens kommen?

 

Wenn der rundum komplett aufgeribbelt wäre, würden wir es eher verstehen.

 

Hat hier jemand eine Erklärung?

 

Danke für Ratschläge,

 

Armin

 

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Am 12.8.2026 um 18:09 schrieb toyotix:

OHV Motoren mit naturgemäß kurzen Zahnriemen, Trapezprofil, geringe Zähnezahl, d.h. höherer Zahnlastspielzahl > Wechselintervall (Fiat) 60K - bei 61 flog er dann davon

Eine kleine Korrektur: Zahnlastspiele gibt es bei Zahnriemen nicht als Kriterium. Der Bruchkraftabfall infolge der Biegung um die Zahnscheiben bestimmt den Wechselintervall. D.H. wenn die Restbruchkraft auf das Niveau der Antriebskraft abgesunken ist, zerreißt es den Riemen. Da kurze Riemen häufiger umlaufen, tritt ihr Ende schneller als bei langen Riemen ein. 

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Am 12.8.2026 um 15:51 schrieb bergbewohner01:

Das mit der Naht wurde sehr gut erklärt 👍 Da kommt doch grad die nächste Frage: Wie ist es mit der Stehzeit? Altert der Riemen auch wenn er sich nicht dreht? Konkret: Mein Bock stand 1,5 Jahre unbeweglich mit brandneuen Riemen. Bald wird das Moped wieder unter den Lebenden zurückkehren, müssen die Riemen erneuert werden? 

Grundsätzlich altert ein Riemen mit der Zeit - unabhängig ob er läuft oder steht.  Nur wird das meistens falsch interpretiert. Was altert, ist das Gummimaterial. Wir sagen dazu "Gummi lebt", weil seine physikalischen Eigenschaften nach der Vulkanisation einem permanenten Wandel unterliegen. Anders als z.B. bei Metallen, die eine Werkstofflegierung besitzen, gibt es für synthetische Elastomerwerkstoffe (also Gummi) eine Mischung. Der Unterschied ist, daß in der Mischung kein vollständiger chemischer Verbund aller Bestandteile vorliegt. Weichmacher, Öle, etc.. diffundieren mit der Zeit aus, weil sie nicht gebunden sind. Das Grundgerüst bilden lange Kohlenstoffketten, die mit Hilfe von Schwefel oder Peroxid verlinkt werden (Vulkanisation), sodaß eine Gitternetzstruktur entsteht. Dieser chemische Vorgang läuft kontinuierlich immer weiter ab - bei Kälte langsamer und bei Hitze schneller, der Prozeß ist nicht aufzuhalten. Je höher der Vernetzungsgrad ist, desto unelastischer wird das Material (oft als Verhärtung wahrgenommen). Deshalb sollten Gummibauteile immer kühl und im Dunkeln gelagert werden. So schlimm es sich im ersten Moment auch anhören mag, so schlimm ist es am Ende dann doch nicht. Nach Forderung von der Automobilindustrie liegt die Gebrauchsdauer bei 15 Jahren - also weit über der Standzeit von 1,5 Jahren! Wenn der Motor sich nicht dreht, ändert sich auch die Bruchkraft nicht und die Glasfaserzugstränge unterliegen auch keiner Alterung über der Zeit. Die Riemenspannung schadet auch nicht - ein neuer Riemen hat eine Bruchkraft von 20t und die Vorspannkraft beträgt gerade mal 200N (also wird der Riemen durch die Vorspannung noch nicht einmal nennenswert gedehnt). Wenn vorher alles richtig gemacht wurde, dann gute Fahrt!

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Am 12.8.2026 um 17:30 schrieb ducatist:

Ich weise nochmal darauf hin, dass Ducati die Wechselintervalle auf 5 Jahre ausgedehnt hat, auch bei manchen Altfahrzeugen.

Da die meisten hier eh nicht über 6 Tkm/Jahr fahren, reicht das dann immer noch? Wie die Alterung bei Nichtbenutzung ist, wäre mal interessant zu erfahren. Also ist 5-Jahre-Intervall problemlos, wenn man nur 1-2 Tkm im Jahr fährt?

 

Die 748R hatte früher sogar jährlichen Wechsel. Da wollte man wohl ganz sicher gehen.

 

Bei meiner 900 SSie bin ich damals so 60% BAB gefahren, bei 12 Tkm pro Jahr. Immer Vollgas wo es ging. Da war dann nach zwei Jahren wohl höchste Zeit für einen Wechsel.

 

Ralf

 

 

Bitte "früher" nicht mit "heute" verwechseln"! Der Riemenaufbau (also Gewebe, Gummimischung, Zugstrang) ist immer entsprechend der Anwendung/Anforderung zusammengestellt. Im Klartext: kein Ducati OE-Zahnriemen hat die gleiche Zusammenstellung wie die anderen. Jedes Modell hat seinen eigenen Zahnriemenaufbau. Die Riemen der neuen Generation sind entsprechend der geänderten Anforderungen weiterentwickelt. Die Ersatzteilriemen für die älteren Modelle sind auf dem Stand von damals "eingefroren" - man bekommt also die Ausführung von damals und damit ändert sich bezüglich der Intervalle nichts. Eine Ausnahme bildet der luftgekühlte 800ter 2V Motor - von der frühen Monster hat er bis heute mehr oder minder unverändert in der Scrambler überlebt. Es wird keine doppelte Lagerhaltung betrieben - beim Ducati-Händler wird automatisch bei den alten Fahrzeugen die verbesserte Riemenausführung montiert.

 

Zum Schluß noch ein Gegenbeispiel für die Sparfüchse: in Australien ist "Brad the bike boy" ganz rührig (findet ihr im Internet und auch auf Facebook). Seine Ducati-Tuningsmaßnahmen sind gut dokumentiert und sauber ausgeführt. Dann hat er entdeckt, daß es einen Renault Zahnriemen gibt, der die gleichen Abmessungen wie ein Ducati Zahnriemen aufweist. Also hat er sich die Riemen für kleine Maus aus dem Aftermaktbereich besorgt und bei seinen Kundenmaschinen verbaut. Das Ende vom Lied ist, ein großer Teil der Riemen ist nach kurzer Zeit gerissen. Als Folge davon (er mußte ja auch für die Schäden aufkommen) trat er im Netz einen Shitstorm los und beschwerte sich über die miese Qualität. Der Renault-Motor hat wesentlich größere Zahnscheiben und einen ganz anderen Zahnriemenaufbau entsprechend der Anforderung von Renault.  Das der Riemen auf einer Ducati nicht lange lebt, war von vornherein klar. Nur gibt es auch da Leute, für die Zahnriemen immer gleich sind (bis auf Zähnezahl und Breite). Hätte er sich vorher schlau gemacht, wäre ihm viel Geld erspart. Auf den Gedanken ist er aber nicht gekommen, also immer schön weiter im Netz Shitstorm verbreiten, obwohl er der Verursacher ist. 

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