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Neuaufbau '91 750SS


OCS-BN

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Die Vergaser hatte ich vollständig zerlegt, ultraschallgereinigt und mit Neuteilen aus dem Reparatursatz von Mikuni neu aufgebaut. Die Düsen, die nicht dabei waren, habe ich ebenfalls durch Neuteile ersetzt. Dazu kam das Stage-1-Kit von Dynojet. Luftfilter ist K&N, Schnorchel sind dran. Ansauggummis sind neu. Synchonisation geschah bisher nur visuell noch auf der Werkbank (Lichtspalt-check). 

 

Das Chokesystem ist auch mein erster Gedanke, aber ich möchte methodisch alles durchgehen, bevor ich die Gute wieder starte. Das Kurzzeitkennzeichen gilt noch bis Sonntag, vielleicht reicht es noch.

 

Wie erwähnt, ist sie deutlichst auf der fetten Seite unterwegs. Mir scheint in jedem Lastbereich. Kaltstart klappte ohne Choke und mit sehr unangenehm hoher Drehzahl (>4,000). Eindeutige Reaktionen auf Drehen der Gemischschrauben und Leerlaufstellschraube hatte ich nicht (nach dem Warmfahren natürlich). Es war grad fast wurscht, wohin und wieviel ich da drehe. Der CO-Wert beim TÜV war übrigens 4,47%. Danke Jungs, Fruchtkorb ist unterwegs 😀

 

Ich werde jetzt nochmal bei Null anfangen und hier die Schritte/Beobachtungen notieren.

 

1) Zündkerzen wie erwartet schwarz, leicht krustig und mit deutlich Benzingeruch. Liegender Zylinder ein klein wenig schlimmer als der Stehende. Jetzt neue Kerzen mit 0,6mm Elektrodenabstand montiert.

2) Über Nacht kam Sprit aus beiden Vergaserüberläufen. Benzinhahn war zu. Ideen hierzu?

3) Gemischschrauben waren zuletzt bei 3 Umdrehungen. Jetzt wieder auf die Basiseinstellung von 3,5 U korrigiert. 

4)  Schwimmerstände liegen auf Höhe der Mitte des Butzens am Vergasergehäuse (das Foto verzerrt es etwas).

 

image.thumb.png.424e2d8d6ae2a2b7f47f41c1798909b9.png 

 

Weitere Checks folgen. Möchte den LuFiKa demontieren, um die Chokekolben besser sehen zu können und die Schieber/Drosselklappen anzuschauen. Eventuell auch Demontage der Vergasereinheit... 

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Wenn Sprit aus dem Überlauf kommt, sind die Sitze der Schwimmernadeln nicht dicht. 

Anbei mal ein Bildchen, wie Chokekolben aussehen können und den CO Wert in die Höhe treiben.

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Edited by Gimpel
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vor 5 Minuten schrieb Gimpel:

Wenn Sprit aus dem Überlauf kommt, sind die Sitze der Schwimmernadeln nicht dicht. 

Klingt logisch. Aber warum ist dann der Spritlevel in den Schwimmerkammern in Ordnung? Und verändert sich nicht, egal ob Pumpe an oder aus?

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5) Fällt mir grad noch ein: Diese schwarzen klumpigen Stopfen waren nicht beim Reparatursatz dabei. Die waren auch so festgebacken und hart, dass ich sie einfach gelassen habe, wie sie waren. Bin mir gerade nicht sicher, was hier druntersteckt und was ein mögliches Leck bewirken würde.

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Am 25.2.2026 um 19:25 schrieb OCS-BN:

 Aber der Motor läuft unheimlich schlecht. Zu hause kann ich schlecht Vergaserabstimmung machen (Wohngebiet). Daher musste es auf dem Weg zum TÜV geschehen. Zig mal angehalten und rumprobiert, aber keine vernünftigen Ergebnisse. Eventuell schreibe ich noch was dazu. Scheint rundum zu fett zu laufen, die Gute. Musste nach 30km sogar nachtanken. Dabei bin ich mir sicher im Dezember mind. 10L vom guten Super Plus eingefüllt zu haben. WTF?

Trotzdem, TÜV bestanden, das ist erstmal die Hauptsache. 

Ganz generell: In Eigenregie wirst Du es ohne die nötigen Gerätschaften schwer haben eine Vergasereinstellung hinzubekommen, die optimal wäre. Am Ende würde ich empfehlen das Teil von einem Profi vernünftig abstimmen zu lassen. Eine vernünftige Abstimmung wird u.a. über die Sondenzugänge im Krümmer gemacht. Alles andere "nach Gefühl" ist eigentlich schei.. und Du hast langfristig weniger Freude daran. Dazu natürlich sehen, dass die Hardware zuammenpasst (Mix aus neu & alt, Grundeinstellung, etc.). Sauber abgestimmt läuft der 750er Motor sehr ruhig, harmonisch und homogen über das gesamte Drehzahlband. 

 

 

Edited by Pimpertski
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Stimmt, ich kann mir gut vorstellen, final einen Pro Hand anlegen zu lassen. Aber zuvor soll sie brauchbar laufen. Auch um auf eigener Achse zum Pro fahren zu können. Und dann ist da noch der Ehrgeiz. Jetzt habe ich das ganze Ding wie Phoenix aus der Asche auferstehen lassen. Da werde ich doch die Vergaser auch noch halbwegs hinbekommen...

Hab ja auch gerade erst angefangen mit der Fehlersuche. Da dürfen schon noch ein paar Stündchen dazukommen.

Edited by OCS-BN
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Am 27.2.2026 um 11:00 schrieb Gimpel:

Anbei mal ein Bildchen, wie Chokekolben aussehen können und den CO Wert in die Höhe treiben.

So viel anders sahen meine Chokekolben auch nicht aus. Warum hab ich die wieder eingebaut? Kosten ja nicht die Welt. Jedenfalls habe ich die Vergaser jetzt abgenommen und die Kolben werden ersetzt.

Den Stopfen aus 5) habe ich auch draussen. Drunter etwas Dreck, aber die Kanäle müssten eigentlich frei gewesen sein. Jetzt sind sie es auf jeden Fall.

 

6) Im T-Stück des Spritzulauf sollte eigentlich ein Sieb sitzen. Da war bei mir keins und ich hatte es wieder so verbaut. Da ich jetzt sowieso Kleinteile bei Topham bestelle, nehme ich das Sieb mit dazu.

 

Wenn ich die Sachen habe, kommt alles wieder zusammen und eine Probefahrt steht an. Ein Schuss Brennraumreiniger in den Tank kann wahrscheinlich nicht schaden. Die Kerzen waren schon arg schwarz.

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7) Die Belüftungsschläuche der Membrane münden in einen Beruhigungsraum am Rahmen (#2). Dazwischen sitzen normalerweise noch die kleinen schwarzen Filter. In denen war bei mir nicht mehr viel Innenleben drin und ich habe sie durch Benzinfilter (#1) ersetzt (Tipp von ducati.ms). Ein Saug-/Blastest zeigte keinen nennenswerten Widerstand. Frage an die Runde: Nutzt ihr die Originalteile, gar nix, oder was anderes an der Stelle? Gedanke: Wenn ich mir hier mit den Filtern zu viel Widerstand erzeuge, könnte es zu überfettung führen, weil die Schieber verzögert schließen. Das lässt sich beim Fahrtest natürlich recht einfach austesten.  

 

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Habe in den englischsprachigen Foren nochmal nachgeschaut. Die Benzinfilterlösung wird häufiger erwähnt. Dunstabzugsfilter klingt aber auch kreativ.

 

Zu 2) habe ich nun folgende Erklärung parat (Sprit aus dem Überlauf): Beim TÜV stand sie mit heißem Motor längere Zeit in der Prüfhalle auf dem Seitenständer. Eine Pfütze wäre uns sicher aufgefallen. Später zu Hause stand sie in der Garage. Morgens dann die Pfütze. Wo lag der Unterschied? Zu Hause hatte ich direkt nach dem Abstellen meinen Extra-Benzinhahn geschlossen (beim TÜV nicht). Und die Garage geschlossen. Der 2. Hahn verschließt Zu- und Rücklauf. Wo soll nun das von der Stauhitze expandierende Benzin in der Leitung hin? Es wird ja wohl das Schwimmerventil aufdrücken, sich Raum in der Schwimmerkammer suchen und selbige überfluten. Macht Sinn, oder? Den Hahn habe ich eigentlich nur für längeren Stillstand installiert. Da sollte ich bei heißem Motor besser die Finger von lassen. 

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  • 3 weeks later...

Heute habe ich meine Kennzeichen bekommen. Daher war eine Testrunde möglich. Also sie scheint jetzt nicht mehr im Sprit zu ertrinken. Das ist schon mal gut. Aber schön laufen tut der Motor trotzdem nicht. Es sind immer noch kaum Reaktionen aufs Drehen der Stellschrauben am Vergaser zu bemerken. Diesmal hatte ich aber Zeit den Luftfilter rauszunehmen und die Schieber zu beobachten. Heute gibts daher mal zur Abwechslung ein Video. So viel Pulsation bei Leerlaufdrehzahl kann ja nicht normal sein, oder?

 

 

 

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Das Flattern der Schieber bei konstanter Gasstellung ist nicht normal. Zwischenzeitlich konnte ich es durch Tausch der Dynojet Federn gegen originale Schieberfedern eliminieren. Aber es läuft trotzdem noch viel zu viel Kraftstoff durch den Motor. Also wirklich viel. Ein Wunder, dass er überhaupt läuft und fahrbar ist.

 

Allerdings habe ich den Fehler jetzt wohl gefunden. Muss erst alles wieder zusammenbauen, um sicher zu gehen. Aber ich habe die Feder der Schubanreicherung (nicht sicher, ob das der gängige Begriff ist) auf die falsche Seite der Membran montiert. Und zwar konsequent an beiden Vergasern. Sehr schlau.

 

Meine Montagereihenfolge:

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Richtig:

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Das Öl muss jetzt auch erstmal raus. Hoffentlich habe ich keine Vollgeschäden wegen abgewaschenem Ölfilm, usw.

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