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Am Anfang ist immer ein Rohr


Raschel

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Kommt auf die Größe des Objekts an und was alles zu tun ist, was man selber kann, ob man nen Arbeiter zu Hand hat und allerhand mehr Faktoren.

 

Solche Häuser sind eigentlich immer riesige Fallen. Ohne einen Sachverständigen sollte man sich so einem Teil als Laie nicht mal auf 100m nähern. Und ich meine staatlich vereidigte Bauingenieure mit Spezialisierung auf Altbauten mit herausragenden Leumund in der Branche, die für ihr Urteil geradestehen. Nicht einfach nen Kumpel der mal ne Renovierung durchgeführt hat. Solche Erfahrungen kann man hier völlig vergessen, es ist wirkliches Fachwissen nötig, damit man nicht danach nen Strick zum Aufhängen sucht.

 

 Den Willen sowas zu retten haben viele, daran scheitert es nicht. Das Problem sind der jeweilige Verwahrlosungsgrad, die Eigentümer und der Denkmalschutz.

 

Loch im Dach, jahrelanges reinregnen, Böden morsch, Tragbalken durch, Hausschwamm, das war´s, nicht mehr zu retten. Ist die Substanz noch einigermaßen, geht´s weiter.

 

Teils ist der Eigentümer nicht auffindbar, teils sind es zerstrittene Erbgemeinschaften und selbst wenn man einen verkaufswilligen hat, denken die immer, dass sie einem ein altes Haus verkaufen und jagen den Preis hoch. Meistens handelt es sich aber eher um Ruinen, die extremst aufwändig kernsaniert werden müssen. Böden rausstemen, Gemäuer abstützen, allerhand morsche Balken ersetzen. Die ganzen Arbeiten finden auch unter permanenter Einsturzgefahr statt, man greift z.T. richtig tief in die strukturelle Integrität der Bauwerke ein. In Rom ist vor kurzem ein Turm während der Renovierung eingestürzt. Stell Dir vor, einer Deiner Arbeiter oder ein helfender Kumpel geht dabei drauf. Wenn Du ihn selber auf eigene Faust loslegen hast, wanderst Du kerzengerade im Knast. In Polen sind solche Abenteuer machbar, bei uns nur unter Gewerkvergabe an Spezialisten, dann aber kaum bezahlbar. Damit sich das überhaupt rechnet, dürfen solche Häuser nicht mehr als ein Kasten Bier kosten. 

 

Neben den ganzen Gewerken kommen Kraneinsätze, Straßensperrungen, Steinmetze, Restauratoren und und und auf einen zu, die sich das auch alle ordentlichst bezahlen lassen. Alleine das Dach im obigen Beispiel kostet über 100.000€ in der Economy-Ausführung.

 

Und dann kommt der Denkmalschutz. Wenn der mitspielt, haste nen 6er im Lotto. Wenn die sich aber querstellen oder im Elfenbeinturm hausen, haste verloren. "Geht nicht, passt nicht, dürfen Sie nicht". Ein Bekannter hat ein altes Schloß gekauft und wollte loslegen. Der staunte nicht schlecht, als man ihm erklärte, dass jeder Handgriff behördenseitig beantragt und genehmigt werden muss, da ist nix mit "ich mach mal". Eine der unendlichen Denkmalschutzauflagen war z.B., dass die Wände nicht mit der Rolle, sondern nur mit dem Rosshaar-Pinsel gestrichen werden, da die Pinselspuren sichtbar sein müssen! Rechne mal die Quadratmeter der Wände da drin zusammen und stell Dir vor, wie Du mit nem kleinen Pinsel in der Hand auf der Leiter stehst. Da sind Deine Enkel noch zugange. Kannste auch als Gewerk vergeben, das dauert Monate, warte mal was da für ne Rechnung kommt. 

 

Es gab mal im von rotgrünen Spinnern verseuchten öffentlichen TV ne Serie, die von solchen Häusern handelte, die dann von "Idealisten" gekauft wurden. Das TV-Team begleitete die dann über einige Jahre wie sie versuchten, das Gemäuer wieder aufzubauen. Öffentlicher Sender, also menschelte es ohne Ende. Gefühlsdusselei, Romantik, herumspringende Gören, tapfere Eigner, Geigenmusik. Bei den meisten der Fälle konnte selbst mein Kater den Ausgang erahnen. Wenn da z.B. die 22jährige ...äh... "Idealsistin" mit Eisenschmuck im Gesicht den Pinsel schwang um den Stuck zu färben, während über ihr durch das riesige Loch im Dach die Sterne funkelten...

 

Na ja, könnte ein Buch schreiben über das Abenteuer "Garage für SPS finden" 🤪

 

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Denke man kann alles herauslesen, aber evtl. habe ich auch einfach Deine Frage nicht richtig verstanden.

Formuliere sie bitte neu und ich werde mir alle Mühe geben sie zu beantworten.

 

Das "viel" ist der Komplexität des Sachgebiets geschuldet, man kann nicht pauschal "es lohnt sich" oder "es lohnt sich nicht" antworten. Es ist fallabhängig und einige der Kriterien habe ich versucht aufzulisten.

 

Davon unabhängig: Wenn ich mir die Mühe mache richtig zu antworten, wäre es der Höflichkeit geschuldet, das Geschriebene zu lesen und versuchen es zu verstehen, ich habe es ja schließlich für Dich geschrieben. 

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Ich hab das schon komplett gelesen und auch mit Vergnügen. Schöne Schnurren und Warnungen vor Fallstricken. Aber dass es immer auf den Einzelfall drauf ankommt, und das Dinge schlecht werden, wenn man sie schlecht macht: Ja. Danke für die Info. 

 

Ich versuch mal eine konkretere Frage:

Deine Arbeitszeit ignorierend und die Kosten für Anschaffung und all das Geld, das du anderen für Arbeiten gibst zusammengerechnet: Kommt da eine Summe raus, die  ungefähr dem Endwert des Hauses entspricht?

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vor 7 Stunden schrieb bergbewohner01:

Sein Kumpel ist noch mehr gezeichnet, da sind horizontale Risse quer durch. Dass das Tor fehlt, hat vermutlich den Grund, dass es die beiden Pfosten runterreissen würde. Wüsste jetzt nicht wie ich den retten könnte, die Einfahrt ist an die 6m breit mit entsprechend schweren Toren

 

Die Köpfe der Pfosten sind, sofern man das von hier sagen kann, einzeln. Find ich recht schön.

Der Pfosten selbst ist nur noch Bauschutt, löst sich auf und zerbröselt. War ein eher Qualitativ schlechter Sandstein. 

Da würd ich mal mit dem Ober Denkmalschützer reden, ob das nicht machbar wäre, einen neuen Pfosten zu Mauern oder aus Beton zu Giessen ähnlich der alten Optik, und die alten Köppe Anschliessend oben draufsetzen damit

"das Althergebrachte Erscheinungsbild erhalten bleibt und sich wie Anno Knack Harmonisch ins Landschaftsbild fügt. "

 

Den Zaun selbst kann man retten! 

 

 

Upps... Hab zu spät gesehen das es hier noch viel weiter ging😊

Angesichts des Gesamtpakets, scheinen Pfosten und Zaun wohl erstmal Zweitrangig. 

 

Der Herr @bergbewohner01:

Ich muss schon sagen, Respekt! 

Ich ziehe den Hut vor Leuten die solch altes Gemäuer retten. 

Find ich Klasse👍

Edited by Raschel
Nachtrag
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Am 5.11.2022 um 18:33 schrieb Raschel:

 

Und schnell reingebrutzelt

 

DSC_0691.thumb.JPG.077eb5924ef42a26b81f6a344ba9cc8d.JPG

 

🙂

 

Uih, da hat aber einer eine ruhige Hand beim Schweißen (alle Buchstaben sind WICHTIG!) und das MIG/MAG ist gut eingestellt

RESPEKT !!!

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@bergbewohner01 ich checks nicht ganz 😅 du hast jetzt wirklich dieses Haus gekauft?

 

Falls ja, wow. Ich mein ich hab jetzt keine zwei linken Hände und scheue die Arbeit nicht, aber sowas ist ne ganz andere Nummer, da zieh ich meinen Hut!

 

Davon ab, super schönes altes Haus. Kann ich mir saniert richtig gut vorstellen, Traumhaus 😉👍🏻

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vor 9 Stunden schrieb bergbewohner01:

Bauzaun-Rubrik eröffnen

 

 

Für die Freunde des alten Handwerks.

 

Auftrag in alter Firma, 32 verschieden große, 120Jahre alte Keller Fenstergitter aus einer seit Jahrzehnten leerstehenden Villa reparieren. 

Die Dinger waren fast alle Verbogen und in Einzelteile zerfallen, weil die beauftragte Firma zum Ausbau der Fenstergitter ihren Mitarbeitern nicht verständlich machen konnte, das die Gitter anschliessend wieder eingebaut werden müssen. 

Also haben se die Dinger mit nem Radlader aus der Wand gerissen. 

So wurde mir das jedenfalls gesagt. 

 

Das Interessante an den Dingern ist die Art der Verbindung von den Einzelteilen.

Nix geschweißt, nix gelötet, nix geschraubt. 

Die Ringe wurden mit Eisenresten verstiftet damit die in Position bleiben und Anschliessend wurde die Klammer herum geschmiedet.

Um die Klammer an den Horizontalen Mauerhaken zu bilden, wurde das Eisen zur Hälfte gespalten. 

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Die "Löcher" für die Stifte sind reingeschmiedet,nicht gebohrt. 

 

IMG_20210128_111052.thumb.jpg.cbdcde645f99747cd377ba83bd5f7ad6.jpg

 

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Die Vertikalen Zierspitzen und die Ringe sind zur Hälfte Ausgeklinkt und lediglich mit einander verstemmt

 

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Die Verbindung von Hespeneisen zu Füllstäben, Flächenbündig verstiftet, "Nieten" kann man das eigentlich nicht nennen

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Der Vorteil dieser Art etwas miteinder zu verbinden ist, daß es halt nicht richtig Stabil ist, und dadurch kann man beim Einbau in nicht immer Rechtwinkligen Mauerausschnitten das Gitter ein bissi anpassen und in der Diagonalen Verschieben. 

 

Für den Fall das das irgend jemanden Interressiert. 

 

Mehr Bilder darf ich da Leider nicht von zeigen. 

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@Moin Dann habe ich Deine Frage doch richtig verstanden, aber weiterhin kann man es nicht mit einem Satz beantworten, es sind einfach zu viele Faktoren die berücksichtigt werden müssen. Ich versuch´s trotzdem mal mit einer sehr stark vereinfachten Betrachtung:

 

NEIN-FALL: Das oben gezeigte Haus möchte mindestens 2 Millionen sehen um wieder top dazustehen. Für seinen Standort ist das ein Todesurteil, niemand würde dort 2 Millionen für ein Haus ausgeben, das Ding haste ewig am Hals und wirst es nie wieder los. Lohnt sich nicht.

 

JNEIN-FALL: Man ist im Standort gebohren und aufgewachsen, ist zu relativem Wohlstand gekommen und liebt seine Heimatstadt und ihre Leute. Ja, dann kann man unabhängig der Kosten sehr glücklich damit werden, denn man ist da wo man will, mit den Leuten die man mag und wohnt in einer sehr schönen und repräsentativen Immobilie. Abhängig wie stark die Heimatgefühle sind und wie dick das Bankkonto, könnte es sich emotional lohnen

 

JA-FALL: Das gleiche Haus im Frankfurter Westend stehend. Für 2 Millionen würden sich die Leute vor dem Eingang prügeln, die Bullen müssten kommen um für Ruhe zu sorgen und Dein Telefon würde Tag und Nacht klingeln. Nach der Sanierung kann man es für den 5fachen Preis locker verkaufen, evtl. sogar noch teurer. Es lohnt sich also.

 

Wenn Du jetzt mich persönlich meinst und dieses spezielle Objekt: Nein, für mich hätte es sich nicht gelohnt und ich habe es auch nicht erworben, auch nicht als ich es später zu einem Drittel des aufgerufenen Preises hätte haben können. Selbst geschenkt hätte ich es nicht übernommen.
 

So besser?

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@Raschel Genau diese ist auch meine angedachte Vorgehensweise, Köpfe retten, Stümpfe neu gießen, Zaun aufrichten, entrosten, Basissteine und Fundament stabilisieren, anpinseln, fertig. Dann noch ein neues Tor, da komme ich noch mal auf Dich zurück.

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@chaos-factory Nein, das oben gezeigte habe ich nicht erworben. Es war mein allererster Kontakt mit der Materie "Altbau". Mir gefallen Ort und Leute und geblendet vom günstigen Preis von 150.000€, war ich Feuer und Flamme es zu holen. Als Bankfurter sind solche Preise für solche Prunkimmobilien eher ein Witz, da kriegt man hier gerade mal etwas mehr als ne Garage.

 

Habe es mir auch Innen angeschaut, einiges an Teuros bereitgelegt und war drauf und dran im Blaumann zu springen und loszulegen. Im Denkmalschutzamt gab es dann aber gleich eine massive Vollbremsung, denn meine geniale Idee um den strukturellen Schaden zu beseitigen wurde empört abgelehnt: Die Optik muss 101% gewahrt werden, keinerlei Veränderung erlaubt. Heisst alles abbauen und alles neu errichten, incl. tonnenschwerer Attika und allem, was einem beim Abbau dann unkontrolliert entgegenkommt. Selbstredend mit dem alten Material.

 

Man war streng, aber auch sehr fair und man empfahl mir dringend einen Sachverständigen vor Ort. Der war ein Glücksgriff, denn meine angedachten 300.000€ Sanierungssumme schmolzen dahin wie ein Pirelli SC1 in Monza im Juli. Bis man seine erste Cohiba mit Monokel und nem 15er Dalmore im Salon genießen hätte können, würden ganz andere Summen angesagt sein. Ich küsse heute noch voller Dankbarkeit dem guten Mann seine Hände dass er mir meinen Traum zerstört hat. Das hätte mit nem Strick geendet.

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@Raschel Tolle Arbeiten, Danke für´s zeigen. Durch das oben gezeigte Haus und seiner Riesengeschichte kommt man einer leider vergangenen Welt näher, wo echte Handwerkskunst und ehrliche Meister auffindbar waren. Da staunt man über Metallarbeiten, die heute nirgends mehr machbar sind. Ich habe Stuckverzierungen gesehen, wo man baff mit offener Klappe dasteht. Teilweise der reinste Stuck-Porno 😄 

 

Die Leute waren damals besser gekleidet, es wurde viel Wert auf Schönheit gelegt, vieles was heute alltäglich ist war damals als vulgär verpöhnt usw. Eine schöne Zeit. Wie immer, für die besser Situierten, die breite Masse hatte es wohl nicht so bequem. Muss man bei aller Romantik auch sehen.

 

Der Trend ist aber wohl nicht aufzuhalten. So wie die Häuser monotone Kisten geworden sind, sind ja auch unsere Ducs nicht mehr was sie mal waren. Wenn ich mir ne alte Monster anschaue mit Gitterrohr, Desmo, Einarm und und und freue ich mich. Dann das heutige Plasteding mit nichts davon. Typisch Audi, seelenloses billig gefertigtes Massenzeug zu extrem hohen Preisen um gut Profit zu machen. Pah....

 

Umso mehr muss die SPS gehegt und gepflegt werden und dank Forum gibt es ja noch mal einen Versuch die Kleene zu alter Größe zu bringen 🙂 

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Nur zur Aufklärung: Das oben gezeigte Haus ist es nicht geworden, aber der Pfosten verrät, dass wohl doch irgendwas passiert ist. Auch amtliche Vollpfosten stehen meist nicht einfach so in der Landschaft herum und auch dieser gehört zu einem Haus. Nicht das vom Foto, aber ein ähnlich schönes und altes.

 

Die exzessive Suche hat ganze 3 Jahre gedauert und es sind auch ordentlich Kilometer zusammen gekommen. Vieles wurde dabei erlebt, es gab schöne Momente und weniger schöne und es wurden sehr nette und weniger empfehlenswerte Menschen angetroffen. Es sind Freundschaften entstanden und viel an Lebenserfahrung gewonnen. Und das alles nur während der Suche. Das eigentliche Abenteuer beginnt ja erst, kommende Woche ist Notartermin... 🙂  

 

Auch wenn mich meine bisherigen Erlebnisse an das Abenteuer "SPS-Wiederaufbau" und die massive Hilfe vom Forum erinnern, ist es aber doch ein Duc-fremdes Thema. Falls Interesse an viel Text besteht, kann ich gerne von den Sanierungsarbeiten zur Wiederherstellung des Anhängsels der SPS-Garage berichten, aber da sollte vorher auch @Ben sein ok geben.

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vor 1 Stunde schrieb bergbewohner01:

So besser?

Ja, danke. Um es On-Topic zu übersetzen:

Meine 916-Restauration wäre Hobby-wirtschaftlich gewesen. Das, was ich an Geld investiert hab, würde ich so ungefähr wieder rausbekommen. Dummerweise hab ich mich in das Bike verknallt und es bleibt.

Die meisten großen Umbauprojekte hier (2V in Sbk, 1x98 in 916 etc.) und dein SPS-Wiederaufbau sind wahrscheinlich Liebhaberprojekte. Gefüllt mit Emotionen, aber das Gesamtding ist weniger wert als die Summe der Teile.

So richtig Geld mit runtergerockten Bikes macht wahrscheinlich niemand, bis auf ein paar glückliche Scheunenfunde. 

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Genau so ist es. Würde ich meine SPS in Zahlung geben wollen um z.B die neueste Papagale zu holen, würde man mich mit meiner "Bastelkiste" sofort vom Hof der audiesken Edelbude jagen. Evtl. sogar die Hunde loslassen 😄 Ist bei fast allen Kisten hier so. Also klassische Geldvernichtung und "Lohnt-sich-nicht". 

 

Den Spaß des Herrichtens, des Lernens bei der Problembeseitigung, das Kennenlernen ganz toller Leute welche die gleiche Meise haben und einen helfen, den Zusammenhalt erleben, das Motivieren um weiter zu machen und am Ende die Freude und der Stolz wenn alles geklappt hat (ok, fehlt noch ein wenig), das ist alles unbezahlbar und absolutes "Lohnt-sich".

 

Man kann mit so einer Altimmobilie auch Geld verdienen wenn alles passt, wobei das allerwichtigste die Lage ist. Altbausanierung in München, Berlin, Dresden, Leipzig oder Frankfurt ist fast immer lohnenswert. Ausserhalb der Zentren wird´s dann schon kritisch bis definitiv unwirtschaftlich und nur als Liebhaberobjekt machbar. MacPomm ist z.B. voll von Schlößern und Herrenhäusern, riesige Buden, Land dazu, alles zum Portotaschen-Preis. Aber die Dinger sind meistens in irgendwelchen Dörfern mitten in der Ost-Pampa, wo sich Fuchs und Hase eben nicht über Ducatis unterhalten. 

 

Dazu kommt, dass während der DDR-Zeit und nach den Enteignungen, diese Häuser anders als gedacht genutzt wurden. Erbaut als Repräsentationshäuser, also die klassische Villa, wurden sie nach der Enteignung zu Schulen, Kindergärten oder eben Wohnkasernen umgebaut. Großbesitz war ja verpöhnt, Repräsentation erst Recht. Zum großen Teil wurden Stuck- und sonstige Verzierungen abgeschlagen und zerstört, weil eben Zeichen des Großbürgertums bzw. Kapitals. Dabei ist viel wertvolle Substanz verloren gegangen. Der Rauchersalon der Villa wurde da flugs zum Wäschezimmer der Großfamilie. Andere Nöte, andere Prioritäten. Habe einige dieser Umbauten gesehen, wo der Aufwand das alles wieder zurückzubauen und aus der Wohnkaserne wieder eine Villa zu machen einfach unrentabel war.

 

Das Todesurteil über die meisten der alten Villen im Osten wurde aber erst nach der Wende gesprochen. Das Gesetz zur Nutzung als steuerliches Abschraubungsobjekt, aber ohne Zwang des Wiederaufbaus, führte dazu, dass viele Firmen aus dem Westen sich so eine alte Villa für 20.000€ kauften und damit ihre Steuerlast drückten. Da sie aber niemand zwang die Häuser auch herzurichten, überließ man sie einfach ungenutzt ihrem Schicksal. Ohne jegliche Aufsicht, standen sie dann Jahrzehnte leer. Das erste Loch im Dach, das erste von Jugendlichen eingeschlagene Fenster, der erste Obdachlosen-Einbruch führten zum eindringenden Regenwasser und von da an lief der Countdown immer schneller. 

 

Bei der Suche muss man schon gefasst sein, da sieht man Zustände, wo einem das Herz blutet... 

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vor 5 Stunden schrieb bergbewohner01:

Genau so ist es. Würde ich meine SPS in Zahlung geben wollen um z.B die neueste Papagale zu holen, würde man mich mit meiner "Bastelkiste" sofort vom Hof der audiesken Edelbude jagen. Evtl. sogar die Hunde loslassen 😄 Ist bei fast allen Kisten hier so. Also klassische Geldvernichtung und "Lohnt-sich-nicht". 

.....

 

Da liegst völlig richtig. Ich war letztes Jahr mit meiner geliebten 93er Monster (stockoriginal,nur 14Tkm,erster Lack an allen Teilen) beim Audi äh Ducati Händler  zur Saisoneröffnung. Die Kommentare der zahlreich versammelten V4 Jünger hättest mal hören sollen. Kopfschüttel....

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Ähm.... meine Ü60 Augen sehen zwei verschieden Häuser...

Welches isses denn nun ?

Das mit den Pfosten in leichter Hanglage oder das Ebenerdige noch mit der Telefonnummer für die Anmeldung bei den Damen am Zaun...

Tipp: Nimm das mit der Hanglage...

Wer in Deinem Alter alte Moppeds hat wird erkennen daß das beim Anschieben hilft...

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Na ja, das Jungvolk lechzt nach fetten PS-Zahlen, möglichst viel "Racing" und eine seltsame Vorliebe zum Buchstaben "R" ist auch zu vernehmen 😄 

Kommt Zeit kommt Erfahrung und die kommen auch auf den Trichter, ein schönes, in Ehre und Würde sich haltendes Monster auch zu würdigen.

 

Als ich noch im obigen Alter war (liegt schon ausserhalb der Geschichtsschreibung) und mit der 748 beim Giro di Italia täglich 800 Km abschrubbelte, hätte ich über die schön aufrichtige Sitzposition der Monster und die herrlich vom Keller kommende Kraft nicht mitleidig gelächelt, sondern neidvoll rübergeschaut 😇

 

 

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Ich bin zwar noch Mini-Gruftie und im Vergleich zu @idaka hock ich noch in den Windeln, aber es ist in der Tat das an der Hanglage geworden, bzw. wird es erst diese Woche nach dem Notartermin. Beim anderen waren die Damen zu teuer, bzw. die strukturellen Schäden schon so weit fortgeschritten, dass eine Sanierung weit jenseits aller Wirtschaftlichkeit ist. 

 

Mir hat das Herz geblutet es nicht zu nehmen, allein der "Akropolis-Style-Balkon" hatte mich schwer angefixt, aber es ist wie hier im Forum: Wenn die Altvorderen und Wissenden was verkünden, sollte man als Padavan ihnen auch zuhören und entsprechend handeln. Der Sachverständige hat ungefähr ne halbe Stunde referiert, ich war da schon auf der Höhe der halben Million geistig weggetreten, den Weg hinauf zu den 2,5 Mio habe ich dann nur noch die weisse Fahne schwenkend mitgekriegt... 😞 

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Garagenabenteuer in Kapitel

 

- 400 Km Gondelei dahin

- Auf dem Dosen-Stehplatz im Schnee steckengeblieben

- Dose freigebuddelt, fährt

- 3 Meter weiter wieder steckengeblieben

- Schwer gegrübelt, warum die Dose ständig im Schnee steckenbleibt, obwohl alles optimal für Winterbetrieb ausgerichtet ist

- Dose wieder freigefahren, fährt

- Bude final besichtigt

- Mit "Kaiserzimmer" und "Grünem Brontosaurus" Bekanntschaft gemacht

- Notar aufgesucht und pünktlich zum Termin erschienen

- SPS-Garage gekauft, Bude gab es zwangsweise dazu, ließ sich nicht vermeiden

- Zweittermin am späten Abend, mit Ach und Krach den Berg hochgekommen

- Erneut gegrübelt, ob wirklich "Hecktriebler", "leerer Kofferraum", "Breitreifen" und "Sommerprofil" auf der Soll- oder der Nicht-Soll-Seite standen 

- Nicht getraut mit 1,8 Tonnen den Berg wieder runter zu schliddern

- Dose am Straßenrand abgestellt (naja, mehr oder weniger) und in Tanke geflüchtet

- Von Einheimischen ausgelacht worden

- Von Einheimischen nach Schnaps-Druckbetankung Mut zugesprochen bekommen

- Berg mann- und heldenhaft runtergesaust (nachdem 2 mal der Schneeräumdienst vorbei kam)

- Stucklieferanten ausfindig gemacht

- Nach Besichtigung mehrerer stuckatierten Räume in Stuckporno-Delirium Heimreise angetreten

- Wieder 400 Km grotenlangweiliger Bundes-AB abgespult

- Im Kästchen "Garage für SPS" nen Hacken gesetzt

- Teddy gesucht, gefunden und ab ins Bett

 

Habe (und bin) fertig

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Mille grazie. Jo, zum Glück vom Gebäude war es tatsächlich in Firmenbesitzt. Irgendwelche, für Betriebsbelange nachgezogene Wände, sind reiner Trockenbau und damit relativ einfach abzubauen.

 

Die Firma hat auch repräsentative Räume benötigt, so dass die Etage mit dem "Kaiserzimmer" und dem "Grünen Brontosaurus" komplett erhalten ist. Da sind jetzt Verschönerungs- und Ergänzungsarbeiten nötig: Wände weg, Türen und Rahmen versetzen, Stuck vervollständigen, Über-Putz-Leitungen einmaurern, Parkett sanieren, Wände feinverputzen und Streichen, Linoleum raus, Bodenbalken begutachten und stabilisieren, Bodenbeläge ergänzen, Kamin checken und reparieren und noch 1000 Sachen. Also Kleinkram 😄 

 

Im Dachgeschoß ist alles neu zu machen, obwohl immerhin zum Glück das Dach als solches dicht ist. Keine sichtbaren strukturellen Schäden, ausser ein paar Wasserflecken. Wände raus, Bodenbalken prüfen, Dach von innen öffnen, Dachbalken prüfen und stabilisieren, Dämmung anbringen, Verkleiden, Kabel legen, Küche installieren, Bad installieren, Dach aufmachen und Logia erstellen, High-End-Zimmer akustisch herrichten, Bodenbeläge aufbringen... da ist am meisten zu tun und da geht es auch am tiefsten in die Struktur rein. Logia und Denkmalschutz, das wird wieder lustig... 🙄 

 

Erdgeschoss ist von Trockenbau zu befreien und alle Decken müssen runter, um die Bodenbalken der Kaiseretage zu prüfen und falls notwendig mit Zusatz-Holz- oder H-Trägern zu stabilisieren. Alle Leitungen müssen eingemauert werden, Stromkabel, Bäder und Küchen renovieren, das scheinbar fanatisch geliebte Linoleum muss raus, Laminat ebenfalls und mit gescheiten Bodenbelägen ersetzen.

 

Im Keller habe ich mehrere Verließe entdeckt, hoffe da ist niemand drin vor Jahrzehnten vergessen worden 🤓 Diiiiiiiiiicke Wände, mindestens 60cm, alles seeeeehr ...äh... rustikal 🙄 Viel Arbeit bis es einigermaßen präsentabel wird, aber Prio 3. Aber immerhin: Zugang zur Garage, sprich neben Gerage gibt es auch Werkzeug- und Schraubraum. Hossa! Jau, so iset bei de wilde Sachse 😄 

 

PS: Vergessen: Ne Sauna gibed auch - die hätte ich auch gut gebrauchen können bei der Saukälte und den Buddelarbeiten mit der Dose, aber war halt nicht betriebsbereit. Kommt auch auf den Plan 👍

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