Duc-Schmidti

Lady Lathe´s Drehteile- und Werkzeugthread

13 posts in this topic

Lady Lathe´s Drehteile- und Werkzeugthread

 

Da sitze ich so rum und sinniere über die Hypermotard, da kommt mir in den Sinn, daß es hier im Forum vielleicht mal wieder ganz sinnvoll wäre, etwas technisches zu posten.

Und da ich nun seit kurzem stolzer Drehbankbesitzer bin und mich gerade mit dem Thema befasse, mache ich mal einen „Drehteile und selbstgebastelte Werkzeuge-Thread“ auf.

Wäre toll, wenn Ihr hier mal zeigt, welche großen Dinge Ihr so dreht und was Ihr Euch für Werkzeuge gebastelt habt, um auch ohne teure Ducati-Spezialteile im täglichen Schrauberleben zurecht zu kommen.

Hier also mein erstes selbstgemachtes Drehteil. Aber Vorsicht! Ich habe noch absolut keine Ahnung vom Meißel-schleifen, dem korrekten Vorschub und Drehzahl.

Und „Zustellung“ war für mich bis vor kurzem klar und eindeutig die Sache der Post.

Also bitte nicht meckern über gegebenenfalls unübersehbare Rattermarken, schlechte Werkstückoberflächen oder stumpfe Drehstähle.

Tips, wie man es besser machen kann, sind hingegen immer willkommen.

 

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Und was soll nun aus diesen drei Teilen werden?

Na klar, er hier (Bild bei ebay geklaut):

 

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Ein Primärradabzieher!

Da es auf dem Bild aussieht, als sei die untere Platte verschraubt, möchte ich das auch erstmal so versuchen.

Sollte das nicht funktionieren, kann ich es immer noch nachträglich schweißen.

Was meint Ihr?

Und ganz wichtig: Was habt Ihr so gebaut?

Zeigt her Eure „spanbrechenden“ Errungenschaften!

 

Viele Grüße,

Armin

 

Edited by Duc-Schmidti
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Gute idée mit dem Draht.

Bei dem Abzieher: Stell sicher dass die Platte die hinter dem Zahnrad geht stark und hart genug ist. Habe auch mal so was gemacht, Zahnrad hat gewonnen ...

 

//Torbjörn. 

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vor 39 Minuten schrieb Duc-Schmidti:

Aber Vorsicht! Ich habe noch absolut keine Ahnung vom Meißel-schleifen, dem korrekten Vorschub und Drehzahl.

schleifen würde ich mir schenken! Besorg dir von Paulimot erstmal einen passenden Schnellwechsler, und dann benutzt du Drehstähle mit Wendeschneidplatten. Tipp: Ebay. werden ständig von irgendwelchen Spacken auf der Arbeit geklaut und dort 'verschenkt'

wenn du doch selber schleifen willst, vllt aus Prinzip, nur um es mal gemacht zu haben: Google. Dein Schleifbock sollte aber über eine kippbare Auflage verfügen, und du brauchst einen Messwinkel aus dem Maschinenbau (ebay)

 

Vorschub und Drehzahl: Tabellenbuch Metall. Wenn du das noch nicht hast... Sei so ehrlich und teere dich selbst, du Amateur! >:(

 

;)

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Wenn du des Englischen mächtig bist: Du findest auf YouTube unvorstellbar viele und sehr gut erklärte Tutorials aus den USA, wo sämtliche Basics siehst und verstehst. Logischer Weise halt direkt auf Englisch suchen.

 

zum Vorschub aber noch: Das ist erst ein Thema beim automatischen Vorschub. Solange du selber kurbelst ist das zu vernachlässigen, außer du pimpst das Ding mit einem Akkuschrauber an der Spindel.

 

zu deinem Abzieher... Das täuscht. Die sind einteilig, und wenn du da was brauchbares in Händen halten willst, brauchst du den richtigen Stahl. Und dann die passenden Schneidplatten. Und wenn's ganz mies läuft... Kühlmittel. Hochfeste Stähle sind selbst für Profis ein Geduldsprobe wie ich oft genug beobachtet habe. Hab da ziemlichen Respekt vor, und das will was heißen. Aber am besten machst du es wie die Hummel und lässt dich davon nicht stören ;)

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Ganz ehrlich, 

ich hab selbst in der Lehre

( Feinwerkmechaniker )

nie einen Stahl geschliffen. 

 

Bohrer haben wir geschliffen, die Zeit mit den Drehstählen war da schon um. Ich habe dazu nichtmal Erfahrungen, hab nie damit gearbeitet...

 

Saubere Oberflächen , Alu mehr , Stahl manchmal weniger ist aber kein Ding mit Wendeschneidplatten.

 

 

 

Grüße 

 

 

Edited by El potente

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vor 12 Stunden schrieb hawkster:

zu deinem Abzieher... Das täuscht. Die sind einteilig, und wenn du da was brauchbares in Händen halten willst, brauchst du den richtigen Stahl. Und dann die passenden Schneidplatten. Und wenn's ganz mies läuft... Kühlmittel. Hochfeste Stähle sind selbst für Profis ein Geduldsprobe wie ich oft genug beobachtet habe. Hab da ziemlichen Respekt vor, und das will was heißen. Aber am besten machst du es wie die Hummel und lässt dich davon nicht stören ;)

 

Hallo Hawkster,

 

ja, ich kenne bisher auch nur die einteiligen. Aber schau mal das eingestellte Bild vom fertigen Teil an. Da meine ich,

links unten an der Unterplatte zwei Köpfe von Senkkopfschrauben zu erkennen. Dürften dann rundum 6-8 Stück sein. :denk1:

Ich habe eine Wandung des Zylinders von 10 mm. Die untere Platte hat bei mir ebenfalls eine Stärke von 10 mm.

Verwendet habe ich St52 / S355J2+N  Baustahl mit einer Streckgrenze von 355 N/mm².

Ein alter Schulfreund von mir ist in der elterlichen Härterei, da frage ich mal nach, ob man das Zeug nach der Bearbeitung

noch härten kann. Laut deren Tabelle können die den Kern auf 600-700 N/mm² und die Oberfläche auf 500-700 bringen.

Edited by Duc-Schmidti

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vor 2 Stunden schrieb Duc-Schmidti:

 

Hallo Hawkster,

 

ja, ich kenne bisher auch nur die einteiligen. Aber schau mal das eingestellte Bild vom fertigen Teil an. Da meine ich,

links unten an der Unterplatte zwei Köpfe von Senkkopfschrauben zu erkennen. Dürften dann rundum 5-6 Stück sein.

Ich habe eine Wandung des Zylinders von 10 mm. Die untere Platte hat bei mir ebenfalls eine Stärke von 10 mm.

Verwendet habe ich St52 / S355J2+N  Baustahl mit einer Streckgrenze von 355 N/mm².

Ein alter Schulfreund von mir ist in der elterlichen Härterei, da frage ich mal nach, ob man das Zeug nach der Bearbeitung

noch härten kann. Laut deren Tabelle können die den Kern auf 600-700 N/mm² und die Oberfläche auf 500-700 bringen.

 

Moin Moin,

 

härten kann man jeden Stahl mit einem Kohlenstoffgehalt über ca. 0.2% Kohlenstoff, und das erfüllt der St52 locker. Man erwärmt das Bauteil auf ca. 780°C und schreckt es dann in Wasser oder Öl ab.  (näheres hier).

 

Nach einer feinen Bearbeitung sollte man allerdings nicht "härten", weil das Bauteil sich verzieht und die Oberfläche verzundert wenn man nicht unter Schutzatmosphäre erhitzt.

 

Eine saubere Alternative dazu wäre das Zeugs nitrieren zu lassen.

 

Beste Grüße

Lutz

Edited by Mechanist
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hallo zurück,

 

Erstmal zum bearbeiten von Stählen... Ich hab mir in den letzten Jahren mehrere Werkzeuge und Hilfsmittel drehen lassen. Mein Fräser hat halt für sowas immer irgendwelche Reststücke über, die aber nicht immer beschriftet sind. Daher ist oft bis zum ersten Einstich unklar, was das jetzt eigentlich ist. Meine Beobachtung dabei: In der Regel ist das Zeug kurzspanend. Die Späne sind max 4-5mm breit, ca 10-15mm lang und haben eine an sich wunderschöne Kornblumenblaue Farbe, die ich auch gerne am Krümmer hätte :D;) die Späne sind aber logischer Weise verdammt heiß, und die fliegen umher wie Maiskörner in der Popcornmaschine. Außerdem war er am kotzen, dass seine 08/15 Wendeschneidplatte nun Schrott sei - hätte eine andere nehmen müssen, die speziell für den Stahl sei.

Das andere Extrem was ich dabei beobachtet habe, sind die langen Endlosspäne die sich um die Welle mit drehen und bekanntlich nicht ganz ungefährlich sind.

 

'normaler' Baustahl ist dagegen nicht so spannend zu beobachten, weil das sehr unauffällig ist. Aber: Die ganzen Drehteile aus hochfesten Legierungen haben auch ohne härten oder beschichten immer gehalten, und das auch mehrfach.

 

zu dem Abzieher... Wenn ich das nächste mal draußen bin, mach ich dir mal ein Foto von meinem... Bedenke bei einem geschraubten jedoch, dass die Kette immer am schwächsten Glied reißt - wahrscheinlich also Schraube oder Gewinde. Daher 12.9er Schrauben nehmen.

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Hallo

 

so schaut das bei meinem Abzieher aus auch von Ebay, hat bisher 2x gut funktioniert. 

 

Gruß Thomas

20170914_195552[1].jpg

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Hallo Thomas,

 

beste Dank für das Bild! Das hilft mir enorm weiter!

Kannst Du mir sagen, wie groß die Schrauben sind? Ist das M5?

 

Grüße,


Armin

 

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Danke!

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Moin Moin,

 

in grauer Vorzeit habe ich bei einer (relativ) großen Kesselbau- Firma Werkstoffprüfer lernen dürfen. Nach dem kramen in alten Erinnerungen kommt meiner einer nun zum Schluss, dass wenn man versucht Vorrichtungen durch zerspanende Fertigung, ohne nachträgliche Oberflächenbehandlung oder "härten" bauen möchte, es doch mal mit dem Stahl 42CrMoS4 versuchen kann. Es ist zwar ein Vergütungsstahl, aber der hat auch schon ohne härten/ anlassen gute Eigenschaften, und lässt sich zudem auch (relativ) gut bearbeiten, denn der geringe Schwefelanteil sorgt für kurze Späne.

 

Beste Grüße

Lutz

Edited by Mechanist
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