Zunächst einmal musste die alte Kette runter. Das gestaltet sich bei diesem geilen Motorrad ganz einfach, indem man die beiden Exzenterschrauben löst und den Exzenter nach vorne dreht. Bei mir war die Kette nun schon runter, weswegen ich diesen Schritt überspringen konnte. Ich wandte nämlich die Schmidti Fünf Finger Motorausbau Technik an.

Mit dem Whale Kettentrenn- und -nietwerkzeug gehen die folgenden Arbeitsschritte recht einfach von der Hand. Zunächst spannt man das Trennwerkzeug auf eine Niete eines beliebigen Kettengliedes und schlägt diese dann mit dem dafür vorgesehenen Werkzeug und einem Hammer heraus. Nach dem lösen des Trennwerkzeugs kann man die alte Kette ohne weiteres vom Ritzel und Kettenrad abziehen.



Nun habe ich bei eingelegtem Gang die zwei Ritzelmuttern gelöst, diese bei Seite gelegt und das Halteblech der meiner 955 ausgebaut. Das war ziemlich pekig, weshalb eine Kettenreiniger und Lappenbehandlung auf dem Programm stand. Das supergeile, gelochte 14er Renthal 520er Ritzel kann man ohne das Halteblech einfach runter ziehen. Ich überlegte kurz, ob ich es nach dem säubern noch mal weglegen sollte, um es ggf. später wieder benutzen zu können. Ich entschied mich dagegen und feuerte das Teil in den Müll. Das neue 14er 520 JT Ritzel wartete schon auf seinen Einsatz. Hierfür benutzte ich das alte Halteblech und die Schrauben weiter. An dieser Stelle für die Nachahmer nicht vergessen, die Schrauben mit Loctite einzukleben.






Ist das Ritzel nun am Platz, wirds richtig interessant. Die neue Kette wird aufgezogen. Ich habe von Motorraddiscount.com eine DID ZVM2 in 520er Teilung gekauft. Hat für die Kawa herhalten müssen, ist als Superbike Kette deklariert und dazu noch bezahlbar. Passt. Zur Montage führt man die Kette über den Kettenschuh, aufs Ritzel, dann wieder hinten um das Kettenrad und legt die beiden Enden auf dem Kettenrad zusammen. Das macht es einfacher, die lose Enden mit dem Nietschloss zu verbinden.





Das mitgelieferte Nietschloss kommt mit 4 O-Ringen, einer Halteplatte und ein bisschen Fett. Man nimmt das Schloss, installiert je einen O-Ring auf die Schafte und verbindet damit von hinten die losen Kettenglieder, die auf dem Kettenrad nebeneinander liegen. Dieser Schritt ist ein wenig fummelig, weil die Kette ohne Schloss natürlich nicht auf dem Kettenrad liegen bleibt, sondern wieder runter huschen will. Also gut festhalten mit einer Hand. Die O-Ringe sollte man vorher mit dem mitgelieferten Kettenfett einschmieren.







Ist das Schloss am Platz, installiert man von vorne die zwei weiteren O-Ringe und steckt als letzten die Halteplatte auf das Schloss. Handfest angedrückt hält dies provisorisch, so dass man das Kettennietwerkzeug in Ruhe raus kramen kann.

Erstmal setzt man das Werkzeug auf einem Glied an (Kettenglied, ihr Ferkel!) und dreht dann mit einer Zange das Nietwerkzeug zusammen. So wird die Platte auf die Schafte gedrückt. Das macht man nun abwechselnd mit dem vorderen und hinteren Schaft, bis die Platte ungefähr das richtige Maß erreicht hat. Nirgends wird genau gesagt, wieviel, wie weit und warum auch immer man drehen sollte. Ich orientiere mich an den anderen Kettengliedern. Gut einschätzen kann man den Abstand, wenn man direkt von oben auf die Kette schaut. Ist die Halteplatte an ihrem Platz geht die Chose männlich mit einem Hammer zu Ende.







Das Whale Werkzeug kommt mit einer Nietstange, die die herausschauenden Bolzen den Kettenschlosses anschrägt. Das Handbuch des Werkzeugs schreibt einen kräftigen Schlag vor, danach einen um 90° versetzten Schlag. Ich mache immer einen Schlag und dann optische Kontrolle, ob mir das langt. Heute habe ich beispielsweise zwei gemacht, weil mir das nach einem Schlag nicht koscher Aussah. Beim ersten Mal bin ich immer etwas zaghaft

Et voilá, c´est ca! Die Kette ist drauf und fertig vernietet. Sieht gut aus und gerade der MR gefräste Kettenradmitnehmer macht so richtig was her. Ach ja, was hab ich mich gefreut.